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Überrollt

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Gastbeitrag

Ulrich Thurmann

ÜBERROLLT

Legendenbildung in der FAZ

03.10.2016

 

Unter der Überschrift „Überrollt“ veröffentlichte die FAZ am 03.09.2016 einen ganzseitigen Artikel. Es ging um die dramatische Zuspitzung der Massenmigration in den letzten Wochen, Tagen und Stunden bis zum 04.09.2015. Schritt für Schritt wird beschrieben, wie Zehntausende von Menschen über Ungarn und Österreich auf dem Weg nach Deutschland waren und wie die Politiker sich hektisch gegenseitig konsultierten. Die beteiligten europäischen Staaten waren überfordert und zerstritten. Aus humanitären Gründen zerhieb die Bundeskanzlerin den Knoten. Sie gab zunächst die Parole aus „Wir schaffen das“ und ließ dann einige Tage später gegen die allgemeinen Regeln die unkontrollierte Einreise „ausnahmsweise“ zu. Seitdem kamen „ausnahmsweise“ weit über eine Million Menschen aus Asien und Afrika nach Deutschland.

 

Der Artikel soll beim Leser den Eindruck erwecken, der in dem einen Wort der Überschrift zusammengefaßt ist. Die vielen Menschen waren nun einmal plötzlich in Ungarn und Österreich. Für sie mußte gesorgt werden. Rechtsfragen hatten zurückzustehen. Die Bundeskanzlerin handelte trotz aller Überraschung spontan richtig aus menschlicher Verantwortung. Die Frage, wie es zu solch einer humanitären Zwangslage kommen konnte, wurde nicht gestellt. Sie war offensichtlich unvorhersehbar. Die „Flüchtlinge“ waren einfach da, ihnen mußte geholfen werden. Und dies erledigte die Bundeskanzlerin auf bewunderungswürdige Weise.

 

Wurde die Kanzlerin aber wirklich von „Flüchtlingen“ „überrollt“? Die maßgeblichen Politiker und Journalisten wußten doch seit Jahren alles über Hintergründe, Ursachen, Akteure, Abläufe und Umfang dieser Völkerwanderung. Die Regierung verfügt über Tausende Diplomaten, Geheimdienstmitarbeiter, Sachverständige, militärische Vertreter in allen Ländern der Welt, die großen Medien ebenfalls über Hunderte Korrespondenten. Leider wurden deren Erkenntnisse praktisch nicht öffentlich kommuniziert. Sie wurden vielmehr mit einem nur ganz selten hier und da gelüfteten Mantel der Verschleierung und des Verschweigens zugedeckt. Das Publikum muß sich seinerseits nachsagen lassen, daß es sich viel zu wenig dafür interessierte, was seit Jahren auf Europa und besonders Deutschland als Ergebnis der von NATO-Mitgliedern geschürten Konflikte in Asien und Afrika zurollte, wer die Planer und welches die Pläne waren. Dabei ist es doch für jeden so einfach, sich auch außerhalb von Politik und Medien zu informieren.

 

Hierzu ein paar Hinweise:

 

  • Die Vereinten Nationen machen sich seit Jahren offiziell Gedanken über etwas, das sie „replacement migration“ nennen. Sie geben vor, über die demographische Entwicklung in den Industriestaaten besonders Europas beunruhigt zu sein. Was wird, wenn diese starken Wirtschaftsländer in ihrer Bevölkerung wegen der sehr geringen Kinderzahlen auf schließlich die Hälfte und weniger der heutigen Zahlen schrumpfen? Arbeitsplätze können nicht mehr besetzt werden, sie fallen weg, die Wirtschaftsleistung geht zurück. Der Ausweg wird im „replacement“, der „Ersatzmannschaft“, für die ausgefallenen Arbeitskräfte gesehen, Dieser „Ersatz“ wird wegen des dortigen Geburtenüberschusses aus anderen Kontinenten, insbes. aus Afrika, kommen müssen. Diese Wirtschaftsmigranten müssen in großen Zahlen geordnet in Europa und dort besonders in Deutschland angesiedelt werden.
    Der Nachschub dieser Arbeitskräfte ist zahlenmäßig unbegrenzt (Merkel: „keine Obergrenze“). Es stehen potentiell mehrere hundert Millionen junger Menschen bereit. In den aufnehmenden Ländern werden sie zunächst eine starke Minderheit und dann die Mehrheit bilden. So kann die Wirtschaftskraft aufrechterhalten werden.
  • Die Europäische Kommission sieht das auch so und setzt sich für eine „europäische Migrationsagenda“ ein.
  • Vertreter der Hochfinanz (z.B. George Soros) unternehmen über eine Vielzahl von Institutionen seit Jahren große Anstrengungen, diese Massenmigration nach Europa vorzubereiten und durchzuführen.
  • Funktionäre in hohen und höchsten Positionen der staatlichen und überstaatlichen Institutionen unterstützen mit Begeisterung diese Pläne, die ihnen noch mehr Betreuungsmacht sichern.
  • Internationalistisch gesinnte Politiker und Journalisten sehen hier den Hebel, endgültig die Eigenständigkeit der Staaten und ihrer Staatsvölker abzulösen durch vollständige Vermischung der Kulturen und der Bevölkerungen: weltweite Gleichheit als Garant für weltweite Absenkung auf ein niedriges Niveau der Gemeinsamkeiten. Der Wettstreit der Kulturen und Völker soll ein für allemal beendet werden. Besondere Eigenschaften, Meinungen und Leistungen sind störend.
  • Außereuropäische imperialistisch gesinnte Politiker begrüßen es, wenn Europa infolge von anwachsenden Kultur- und Gruppenkonflikten als eigenständige geopolitische Kraft ausfällt.
  • Die Geldgeber und Vordenker der Islamisten wollen mit der höheren Fertilität der Moslems das erreichen, was über Jahrhunderte militärisch mißlungen ist: die Inbesitznahme Europas.
  • Die Spitzen der Kirchen spielen beflissen mit und lassen ihre Gläubigen allein mit dem angstvollen Gedanken an das Schicksal von Christen in islamischen Ländern.

 

Ziel der Machteliten in den Vereinten Nationen, den USA, der Europäischen Kommission, der NATO, den Großbanken, der Großindustrie, der Politik und den Medien ist die Errichtung und dauerhafte Absicherung einer Eliteherrschaft über die Weltbevölkerung. Das gilt auf ihre Weise auch für die Eliten der Islamisten. Die Eliten der Kirchen wollen dabei sein und predigen als Vordenker des „Mainstream“ Beliebigkeit der Werte und Toleranz als Unterordnung. Die Erinnerung an frühere Verbrechen soll den daran völlig unbeteiligten heutigen Generationen ein unbefangenes, selbstbewußtes Auftreten unmöglich machen..

 

Merkel und ihre Unterstützer haben sich auf die Seite der Machteliten geschlagen, denen die Interessen, Meinungen und Gefühle der Europäer in ihren Nationen nichts bedeuten. Mit der Ansiedlung von immer mehr Menschen aus anderen Kontinenten haben die Europäer klaglos fertig zu werden. Ja, sie müssen sie sogar unterstützen und mit ihrer Arbeitskraft und aus ihrem Vermögen finanzieren. Politische Mitsprache erhalten gemäß ihrem Anteil die Neuansiedler in immer größerem Maß, bis die ursprüngliche Bevölkerung zur geduldeten oder sogar unterdrückten Minderheit geworden ist.

 

Das alles ist den Akteuren in Politik, Finanz, Medien und Kirchen bekannt und von ihnen gewollt. Vor und mit den Bürgern werden diese Existenzfragen nicht offen diskutiert. Wer es wagt, den Mund aufzumachen, ist entweder als „Verschwörungstheoretiker“ unzurechnungsfähig oder er wird als „Rechtsradikaler“ aus der „Zivilgesellschaft“ ausgestoßen.

 

Dabei ist der Einstieg in die Erkenntnis so leicht. Man gebe in die Suchmaschinen die oben genannten Institutionen mit dem Zusatz „Migration“ ein, z.B. „UN Population Division Replacement Migration“, oder beschaffe sich Aufklärungsliteratur wie z.B. „Die geheime Migrationsagenda“ von Friederike Beck. Dann wird einem klar, daß das Verhalten der Bundeskanzlerin eine Inszenierung war: die mit Lügen betrogenen Migranten waren über Monate mit Hilfe von Handys und Schlepperbanden etappenweise bis an die Grenze Deutschlands geführt worden. Jetzt mußte nur noch eine Legende konstruiert werden, die diese kühl geplante Invasion Hunderttausender junger Männer aus inkompatiblen Kulturen, der die Wähler nie zugestimmt hätten, als humanitäre Geste erscheinen ließ.

 

 

Ulrich Thurmann, Staatssekretär a.D.

thurmann.walluf@t-online.de

Friederike Beck

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Nachruf

Friederike Beck

12. September 1962   –   28. Mai 2017

 

 

Die Person

Friederike Beck, geboren am 12. September 1962, verstarb am 28. Mai 2017. Ihre Berufsbezeichnungen lauteten: „investigative Journalistin“, „Buchautorin“, „Übersetzerin“ und „Sängerin“. Außerdem war sie Vorsitzende der „Gesellschaft für Internationale Friedenspolitik e.v.“.

In Fachkreisen genoß sie schon länger den Ruf einer hochqualifizierten Rechercheurin, der es gelang, die strategischen und geostrategischen Hintergründe operativer Maßnahmen der globalistischen Bewegung aufzudecken, zu analysieren und deren Zusammenhänge präzise darzustellen.

Neben zahlreichen Fachartikeln wurde sie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt durch ihre zwei Buchveröffentlichungen: „Das Guttenberg-Dossier“ und „Die geheime Migrationsagenda“. Beide Bücher bilden jetzt den Kern ihres Lebenswerks.

Ihre Bücher werden mit Sicherheit zur Pflichtlektüre jener widerständigen Kreise, die sich nicht aufgeben wollen, sondern den Kampf um Freiheit und Identität auszufechten bereit sind.

 

Der Mensch

Wir bewunderten als Einzelpersonen Frau Friederike Beck schon, bevor wir uns zur Gründung von cedag.net zusammengefunden hatten.

Wichtig empfanden wir auch einen privaten, biographischen Aspekt. Mehrheitlich ist der Kreis um cedag.net geprägt durch das Leben im osthessischen, provinziellen Raum. Unsere Vorstellung, daß aus den Ballungsgebieten keine tatsächliche Opposition zu erwarten sei, fand bei Frau Beck starken Widerhall. Die These, daß nur im ländlichen Raum langfristig ein vom Establishment nicht kontrolliertes Oppositionsmilieu sich bilden werde, fanden wir neben anderem durch die erfolgreichen Kongresse bestätigt, die maßgeblich Frau Beck inmitten provinzieller Umgebung in Sichtweite der früheren Grenze zur SBZ veranstaltet hatte.

Wir trauern um eine Persönlichkeit, die sich durch Willensstärke, Originalität, Vielseitigkeit und Liebenswürdigkeit auszeichnete.

Wir wünschen ihr Frieden und Erlösung.

 

Ihre Lebensleistung

Frau Beck erbrachte in ihren Recherchen den Beweis, daß bereits im Jahr 2005 eine Infrastruktur fertiggestellt war, um den geplanten Bevölkerungsaustausch jederzeit abrufbereit stattfinden zu lassen. Sie analysierte und belegte die Finanzierung sogenannter NGOs durch großkonzernmäßig verschachtelte Stiftungen. Die Aufgaben jener betreuten NGOs bestanden darin, diese Infrastruktur zu verwalten und später die operativen Aufgaben auszuführen.

Sie ermittelte die Vordenker, Planer und Entscheider und verwies immer wieder auf das geostrategische Hauptmotiv, „Europa im amerikanischen Machtfeld zu halten und eine Ausrichtung nach Eurasien zu verhindern“.

Im Nachruf der Zeitschrift „Compact“ erhielt Frau Beck zu Recht die Ehrenbezeichnung: „Die Frau, die Soros das Fürchten lehrte“.

Ihren Ruf als exzellente Rechercheurin und Analytikerin erarbeitete sich Frau Beck mit ihren detailreichen Veröffentlichungen über die Strukturen transatlantischer Netzwerke und deren Einflußnahme auf das politische Geschehen in Deutschland.

Furchtlos gegenüber ideologischen Interessen und Tabus verfolgte sie ihr Ziel, Aufklärung zum Schutz historisch gewachsener Identitäten, souveräner Nationalstaaten und selbstbestimmender Völker zu betreiben.

 

Strategischer Ausblick

In den kommenden Jahrzehnten werden auf dem westeuropäischen Territorium ethnische, zum geringen Teil auch religiös motivierte Konflikte in Kriegen ausgetragen, die sich erfahrungsgemäß nicht im Rahmen der Haager Landkriegsordnung einhegen lassen. Unter der Zivilbevölkerung, besonders bei unbewaffneten Alten, Frauen und Kindern, wird dies ungeheure Opfer fordern.

Die Nachkommen der heutigen Enkel werden fragen, warum sich in Deutschland kein effektiver Widerstand nach den Versailles-2.0 gearteten Maastrich-Verträgen formierte, um den im Hintergrund agierenden Planern und der ausführenden Kollaborationskaste in die Parade zu fahren. Sie werden auf die beiden Bücher von Friederike Beck verweisen und ihren Vorfahren Feigheit, Dummheit und Unterwerfungslust vorwerfen, waren doch alle Hintergründe im Prinzip erkannt und alle entscheidenden Akteure identifiziert.

Die kämpfende autochthone Restbevölkerung wird auf der Suche nach den tieferen Gründen der deutschen Selbstaufgabe dann aufgrund des zeitlichen Abstands erkennen, auf welche Weise Umerziehung, Schuldkultlobby und konsequente kulturmarxistische Metapolitik die Substanz eines in langer Geschichte erfolgreichen Volkes zerstören konnten.

Die Abschlußsätze gehören Frau Beck und umreißen die beiden wichtigsten Themenkomplexe, die Deutschlands Zukunft determinieren werden. Wer noch über ausreichende Willenskraft verfügt, sich der Realität zu stellen, sollte auf Friederike Becks Aussagen angemessen reagieren. Und angemessen heißt: Von der Wurzel her!

„ Die Entgrenzung unserer Welt in vielerlei Hinsicht ist seit Langem ein Projekt der globalen superreichen Elite. Ihr besonderer Hass gilt der Nationalstaatlichkeit und der ethnischen Verschiedenheit Europas – welche sich in einer einzigartigen Vielfalt in Kunst, Kultur, Wissenschaft, Musik und auch einem sehr unterschiedlichen physischen Erscheinungsbild der Europäer äußert “.

(15.11.2015 – Friederike Beck,  Kopp online)

 

 

Frankfurt am Main / Fulda, Juli 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die USA und Merkel

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Gastbeitrag

Ulrich Thurmann

DIE USA UND MERKEL

Die Vorgehensweise der politischen und finanziellen Elite der USA

08.11.2015

 

Ich finde die Person Merkel als eigenständige politische Kraft überbewertet. Die Beachtung, die sie findet, leitet sich ausschließlich aus ihrem Amt als Bundeskanzlerin ab. Als Bundesministerin war sie unbedeutend. Ohne das Amt ist sie eine Funktionärin ohne eigene Gedanken und ohne eigene Ziele. Alle ihre öffentlichen Äußerungen werden wie bei Regierungsmitgliedern üblich von Redenschreibern in Redemanuskripten oder Sprechzetteln vorher ausformuliert und dann abgelesen oder aus dem Gedächtnis vorgetragen. Der einzige mir bekannte Text, der wahrscheinlich von Merkel selbst formuliert wurde, war ihr illoyaler Artikel in der FAZ vom 22.12.1999, in dem sie als Generalsekretärin der CDU den Bundesvorsitzenden Kohl im Interesse ihrer eigenen Karriere „abschoß“. Die von ihr vorgetragenen politischen Ziele sind in stetem Wechsel, beruhen also nicht auf innerer Überzeugung.

 

Notwendig zum Verständnis ihres Verhaltens ist ein Studium der Vorgehensweise der finanziellen und politischen Elite der USA (der Einfachheit halber im Folgenden kurz „USA“ genannt). Ohne die seit Anfang des vorigen Jahrhunderts vorhandene Bereitschaft der USA zur subversiven und militärischen Einmischung in Europa hätte es weder den 1. noch den 2. Weltkrieg gegeben, weder Kommunismus noch Nationalsozialismus, weder Millionen Kriegstote noch Millionen Gefangene und Vertriebene (zuzüglich der Millionen von getöteten Gefangenen und Vertriebenen). Dies lernt man nicht aus den Geschichtsbüchern der umerzogenen deutschen Historiker, sondern nur durch fleißiges Beschaffen und Studieren angelsächsischer Texte. Die jüngere angelsächsische Forschung hat Unmengen von geheim gehaltenen Dokumenten der Alliierten aufgedeckt, die unsere deutschen Historiker entweder nicht kannten oder nicht kennen durften.

 

Kurzfassung 1. Weltkrieg:

Serbien hätte den Mord am kuk-Thronfolger nicht ausführen lassen, wenn Rußland ihm nicht für den Kriegsfall Unterstützung zugesagt hätte. Rußland hätte dies nicht zugesagt, wenn Frankreich nicht militärische Unterstützung Rußlands zugesagt hätte. Frankreich hätte dies nicht getan, wenn England nicht zur militärischen Unterstützung bereit gewesen wäre. England wäre nicht zur militärischen Unterstützung Frankreichs bereit gewesen, wenn die USA nicht für den Fall des Scheiterns des geplanten Krieges gegen Deutschland und Österreich/Ungarn zum militärischen Eingriff bereit gewesen wären und wenn nicht (noch viel wichtiger) die USA von Anfang an die Gegner Deutschlands mit kriegswichtigen Waren aller Art und mit Krediten unterstützt hätten. Die europäischen Gegner Deutschlands hätten alleine das Geld für ihren Krieg nicht gehabt. Alles geheime Absprachen, der Öffentlichkeit damals unbekannt. Die USA traten 1917 – ohne von Deutschland direkt angegriffen worden zu sein – zur Rettung ihrer Kredite und zur Ausschaltung eines wirtschaftlichen Gegners in den Krieg gegen Deutschland ein.

 

Kurzfassung Zwischenkriegszeit:

Mit Geld aus USA wurden Lenin und Hitler und ihre Parteien von Anfang an aufgebaut. Das Geld wurde in Form von Reparationen von Deutschland erpreßt, das dadurch in innenpolitischer Unruhe gehalten wurde, bis das von den USA und England aufgerüstete Deutschland und die ebenfalls von den USA aufgebaute Sowjetmacht zum Krieg gegeneinander in der Lage waren. Beide sollten niemals zusammengehen, sondern wurden immer aufeinander gehetzt.

 

Kurzfassung 2. Weltkrieg:

Die extrem chauvinistischen Polen wurden durch Frankreich und England, die schließlich sogar eine Garantie für den Eintritt in einen Krieg abgaben, zu einer unnachgiebigen Haltung in der Korridor- und Danzig-Frage bestärkt. Die damalige Frage „Mourir pour Danzig?“ war verständlich, denn die deutschen Forderungen, die übrigens auch schon vor Hitler von den deutschen Regierungen der Weimarer Republik sowie von westlichen Politikern erhoben wurden, waren berechtigt. Polen, Frankreich und England suchten einen Kriegsgrund. Hitler lieferte ihn. Frankreich hätte auch hier die Garantie zum Eintritt in den Krieg nicht gegeben, wenn nicht England mitgemacht hätte. England seinerseits hätte alleine mit Frankreich nicht die Garantie zum 2. Weltkrieg gegeben, wenn es sich nicht bei den USA rückversichert hätte – sowohl was die wirtschaftlich-militärtechnische als auch die finanzielle als auch die militärische Unterstützung betraf. Auch hier traten die USA dann erst in den Krieg in Europa ein, als das Risiko für sie sehr gering war. Auch hier waren die USA nicht direkt angegriffen. Kriegsziel war diesmal die endgültige Zerstörung Deutschlands und die Überlassung aller Völker von der Elbe bis zum Pazifik an den Kommunismus (so viel zu den Feiern zur „Befreiung“ am Ende des 2. Weltkrieges), d.h. die Aufteilung der Welt in zwei Systeme als Vorstufe der „One World“. Die endgültige Zerstörung war bereits erfolgt und auf Dauer angelegt, als die Russen Deutschland durch den Kalten Krieg retteten. Plötzlich brauchten beide Seiten die Deutschen als  militärisches Kanonenfutter für den Erstschlag, der sich auf deutschem Boden abspielen sollte.

 

Kurzfassung letzte 70 Jahre:

An dem Ziel der USA der völligen Beherrschung Deutschlands hat sich nichts geändert. Durch den Zusammenbruch des Kommunismus und die Wiedervereinigung steht für die USA wie seit Anfang des vorigen Jahrhunderts wieder das ängstigende Gespenst eines Zusammengehens Deutschlands und Rußlands am Horizont (das erklärt z.B. die Ukraine). Was die USA von Deutschland unterscheidet ist deren absoluter Wille zur Weltherrschaft mit allen Mitteln. Dem steht gegenüber die Naivität der Deutschen in politischen Angelegenheiten. Nur Bismarck gelang es, die ringsum dräuenden Staaten geschickt in Schach zu halten. Danach beherrschten wieder Töten, Rauben und Vertreiben das Feld. Seinen Wiederaufbau verdankt Deutschland dem Kalten Krieg, in dessen Windschatten eine prekäre Freiheit und Wohlstand möglich wurden. Das nach 1989 sichtbar gewordene Selbstbewußtsein der Deutschen ist aber schon des eigenständigen Willens zu viel, weshalb es durch Moslemisierung lahmgelegt werde soll. Wir werden für die nächsten Jahre und Jahrzehnte genug mit unseren inneren Problemen zu tun haben und weltpolitisch keine Rolle spielen.

 

Kurzfassung Lenkung der Vasallenstaaten

durch Einflußagenten der USA: Die USA benötigen zur Unterwerfung nicht unbedingt einen weiteren Krieg. Sie suchen seit Jahrzehnten langfristig über ihre Stiftungen und Councils hoffnungsvolle junge Kräfte aus anderen Ländern aus, die intelligent genug sind, um zu wissen, was sie tun sollen und wie sie es tun sollen und beeinflußbar genug, um sich in allen wichtigen Fragen lenken zu lassen. Diese Personen werden laufend zur Indoktrination durch die amerikanischen Stiftungen und Councils eingeladen, werden mit den wichtigsten Personen der USA bekannt gemacht und zu Hause in die einflußreichsten Positionen katapultiert (z.B. Guttenberg), wobei sie von einem Netzwerk bereits installierter Einflußagenten gefördert und gestützt werden. Die USA greifen über ihre Stiftungen und Councils auf ihre besten politischen Gehirne und Meinungsmanipulatoren zur Lenkung dieser Agenten und zur Manipulation der Öffentlichkeit in deren Land zurück. Soviel zur Bezeichnung der USA als „befreundete“ Nation.

 

Kurzfassung Angela Merkel:

Die junge, intelligente und in Machterlangungs- und Erhaltungsmethoden geschulte kommunistische Funktionärin paßte in das „Beuteschema“. Glaubt irgendjemand, sie durfte seit 1990 auch nur einen Schritt tun oder ein Wort sagen, das nicht vorher von den für den wichtigsten „Partner“ (Deutschland) zuständigen Führungsoffizieren der USA genehmigt oder sogar vorgeschrieben worden wäre? Wenn Merkel z.B. beim Euro oder bei „gender mainstreaming“ oder der Umweltpolitik oder bei der „Flüchtlings“-Politik nicht voll auf Linie der USA läge, hätten diese sich schon gemeldet und nötigenfalls für Ersatz gesorgt. Merkel zögert jetzt ihren angesichts der steigenden Wut im Volk unabweisbaren Abgang mit allen Tricks noch solange hinaus, bis die Zahl der moslemischen Einwanderer bei zwei Millionen und mehr liegt und damit nicht mehr beherrschbar oder sogar zurückführbar ist – dann ist ihr Auftrag erfüllt. Die angewandte Methode ist einmalig in der Geschichte. Die in gutem Glauben gewählte und auf das Wohl des eigenen Volkes vereidigte Staatslenkerin legt die Instrumente des Staates absichtlich lahm, um einem fremden Interesse gegen das eigene Volk zum Sieg zu verhelfen. Bei der nicht provozierten kriegerischen Überflutung eines anderen Staates mit Soldaten nennt man das Verhalten des Angreifers eine völkerrechtswidrige Aggression. Bei der von der eigenen Bevölkerung nicht gewünschten und gegen das geltende Recht vorgenommenen Überflutung des eigenen Staates mit inzwischen fast einer Million (demnächst zwei Millionen und mehr) junger Männer aus einer nicht am westlichen Rechtsstaat orientierten Kultur handelt es sich um eine Aggression gegen das eigene Volk.

Kurzfassung Post-Merkel-Ära:

Nach Abgang Merkels werden wir 1. einen weiteren auf die USA eingeschworenen Bundeskanzler installiert bekommen (Schäuble, von der Leyen, Guttenberg, Gabriel, Schulz) und wird 2. Merkel zur Belohnung für ihren „Haupterfolg“ der nur schwer rückgängig zu machenden Moslemisierung Deutschlands einen hochdotierten Posten bei einer amerikanischen Stiftung oder einer internationalen Organisation erhalten (wie vor ihr Joschka Fischer und andere Handlanger der USA). Deutschland wird nur durch einen (unwahrscheinlichen) patriotischen Aufstand in CDU und SPD oder (wahrscheinlicher) in der (bisherigen) Wählerschaft von CDU und SPD gerettet. Ist es Zufall, daß die Einladung Merkels zur Masseneinwanderung zeitlich so gelegt wurde, daß die deutschen Wähler ihre Meinung hierzu erst bei der nächsten Bundestagswahl in zwei Jahren abgeben können? Bis dahin haben Merkel oder ihr Nachfolger weitere Fakten geschaffen. Die anschwellenden Proteste gegen Merkels deutschenfeindliche Politik könnten allerdings zu vorgezogenen Neuwahlen führen.

 

 

Ulrich Thurmann, Staatssekretär a.D.

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Amerikas Kreuzzüge

 

 

 

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Gastbeitrag

Ulrich Thurmann

AMERIKAS KREUZZÜGE

Der Zweck des Ausbaus von Wiesbaden-Erbenheim

13.05.2011

 

Die Frage nach dem Zweck des Ausbaus von Wiesbaden-Erbenheim zur Einsatzzentrale für die Kampftruppen der USA stellt sich auf dem Hintergrund früherer „Kreuzzüge“ ihrer Präsidenten.

 

Im Ersten Weltkrieg verlängerten die USA nach Erschöpfung der kriegführenden Parteien 1917 mit frischen Kräften den Krieg und verhinderten einen Verständigungsfrieden. Statt dessen ließen sie ein Diktat zu, das die Unterlegenen ausgrenzte und eine Grundlage für zukünftige Konflikte legte. Dem von ihnen selbst geforderten Völkerbund traten die USA nicht bei. Ihrem Gedanken des „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ (der gegenüber den amerikanischen Südstaaten nicht gegolten hatte) folgte die Zerlegung der Reiche der Kriegsgegner in „Nationalstaaten“, in denen jeweils ein „Staatsvolk“ die „ethnische Säuberung“ aller anderen Gruppierungen betrieb.

 

1941 traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, verlängerten diesen fürchterlichsten Krieg aller Zeiten durch die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation und ließen den Gedanken an einen Friedensschluß gar nicht erst aufkommen. Als Ergebnis dieses erneuten „war to end all wars – to make the world safe for democracy“ überließen die USA die Völker von der Elbe bis zum Pazifik dem Terror kommunistischer Gewaltverbrecher, nachdem diese gerade dem Terror nationalsozialistischer und japanischer Gewaltverbrecher entronnen waren. Die Grundlagen für einen über vierzigjährigen „kalten Krieg“ waren gelegt.

 

1965 traten die USA in den Krieg in Vietnam ein, töteten dort sowie in Laos und Kambodscha drei Millionen Menschen (davon zwei Millionen Zivilisten), fügten vier Millionen Menschen schwere Verletzungen zu und mußten nach zehn Jahren das Land fliehend verlassen. Vietnam, Laos und Kambodscha wurden kommunistisch. Die kommunistischen Gewaltverbrecher in Kambodscha schlachteten zwei Millionen Menschen ihrer eigenen Bevölkerung ab, was die USA untätig beobachteten. Hilfe kam den überlebenden Kambodschanern vom kommunistischen Vietnam.

 

1991 schickten die USA im Zweiten Golfkrieg Truppen gegen den Irak, nachdem sie noch im Ersten Golfkrieg gegen den Iran (1980 – 1988) den irakischen Diktator unterstützt hatten. Nach dem 11.09.2001 sahen die USA die Gelegenheit zur endgültigen Eroberung des Irak. Eine Bedrohung der USA durch das angegriffene Land gab es auch hier nicht. Die USA besetzten 2003 in einem völkerrechtlich geächteten Angriffskrieg den Irak (Dritter Golfkrieg), kamen anschließend (wie in Afghanistan) mit den örtlichen Stammesstrukturen nicht zurecht und müssen sich jetzt nach hohen Opfern unter der Bevölkerung zurückziehen.

 

Es bleibt zu wünschen, daß unsere amerikanischen Gäste nicht wieder wie 2003 von Wiesbaden-Erbenheim aus in einen „Kreuzzug“ geführt werden, sondern im Rahmen der gemeinsamen Verteidigungsstrukturen allein der Sicherheit gegen tatsächlich erfolgende Angriffe dienen.

(Der Leserbrief bezog sich auf „Ein kleines Pentagon für Wiesbaden“ in der FAZ vom 13.05.2011. Er wurde in der Rhein-Main-Ausgabe der FAZ vom 06.06.2011 unter der Überschrift „Amerikas Kreuzzüge“ leicht verändert abgedruckt. Danach meldete sich bei mir ein empörter amerikanischer Zivilangestellter der Militärbasis Erbenheim, mit dem ich unter Hinzuziehung der jeweiligen Frauen ein sehr freundschaftliches Gespräch bei Kaffee und Kuchen führte. Er blieb bei seiner festen Überzeugung, daß die USA eine geopolitische Aufgabe als „Weltpolizist“ hätten).

 

 

Ergänzungen zum Leserbrief in FAZ vom 06.06.2011

13.06.2011

 

Nach zustimmenden wie kritischen Reaktionen auf meinen Leserbrief in der FAZ “Amerikas Kreuzzüge“ vom 06.06.2011 hier einige Ergänzungen. Ich betone, daß ich gegenüber den USA und ihrer Bevölkerung freundschaftliche Gefühle hege. Auf ihre kriegführenden Präsidenten trifft dies allerdings nicht zu.

 

Ausgangspunkt für meinen Leserbrief war mein Erstaunen während der letzten Monate darüber, daß die Tatsache eines für mehr als eine halbe Milliarde Dollar in Wiesbaden errichteten neuen militärischen Hauptquartiers der USA in der deutschen Politik nicht diskutiert wurde (es kann natürlich sein, daß ich da etwas verpaßt habe). Wie stehen Bundesregierung und Bundestag, Landesregierung und Landtag zu der Steuerung zukünftiger weltweiter Militäraktionen der USA von deutschem Boden aus? Hat die Bundesrepublik Deutschland hier irgendwelchen Einfluß? Bei der Entsendung der damals in Erbenheim stationierten Panzereinheiten nach dem Irak im Jahre 2003 habe ich von einem derartigen Einfluß nichts gehört. Hat man sich überlegt, daß Wiesbaden gerade im Falle der Steuerung eines militärischen Eingreifens von Wiesbaden-Erbenheim aus für den Kriegsgegner (wer das auch sein mag) ein Hauptziel von Gegenangriffen wird?

 

Inhaltlich bin ich allerdings der Meinung, daß es für sehr viele Länder und ihre Bevölkerungen besser gewesen wäre, die USA hätten in den von mir genannten vier Fällen ihre Soldaten zu Hause gelassen. Außer von Japan (das Roosevelt jedoch vorher sehr stark provozierte) waren die USA in keinem Fall angegriffen. Man braucht nur jeweils die genannte Motivation für den Eintritt in diese Kriege mit dem Ergebnis zu vergleichen. Im Ersten Weltkrieg war es z.B. der Slogan „war to end all wars – to make the world safe for democracy“, der auch nach schon 1919 geäußerter Meinung herausragender Politiker, Wissenschaftler und Militärs aus den USA und Großbritannien (z.B. Lloyd George, Staatssekretär Lansing USA, William Bullitt von der US-Delegation in Versailles, John Maynard Keynes, Douglas MacArthur) durch die Pariser Vorortverträge ad absurdum geführt wurde. Der nächste Krieg wurde damals schon vorausgesehen.

 

Im Zweiten Weltkrieg zogen die USA zur Unterstützung von Großbritannien in den Krieg. Großbritannien hatte Deutschland wegen dessen Überfalls auf Polen den Krieg erklärt. Als einige Tage später die UdSSR (in Abstimmung mit Hitler!) ebenfalls Polen überfiel, geschah nichts dergleichen. Die USA unterstützten vielmehr die UdSSR mit gewaltigen Mengen Kriegsmaterial (Lend-Lease-Programm), obwohl diese gemäß ihrem Vertrag mit Hitler nicht nur das östliche Polen, sondern auch noch die baltischen Staaten und Finnland überfiel. Das ist eine der großen Ungereimtheiten im Verhalten der USA. „Reimen“ tut es sich allerdings dann, wenn es England, Frankreich und den USA nicht um die Freiheit Polens ging, sondern um Deutschland.

 

Wenn man die heute über die Gespräche zwischen Roosevelt und Stalin in Teheran und Jalta zugänglichen Informationen liest, stehen einem die Haare zu Berge. Roosevelt hat ohne Not Stalin die Länder und Bevölkerungen von der Elbe bis zum Pazifik, d.h. von der zukünftigen sowjetischen Besatzungszone bis einschließlich China, als Einflußzone (sprich Herrschaftsgebiet des Kommunismus) zugesprochen. Er hatte keinerlei Mandat dafür – weder von seinem Parlament noch von seiner Regierung. Auch die betroffenen Völker und ihre Regierungen oder Exilregierungen wußten von nichts. Roosevelt ist inhaltlich sozusagen persönlich als Hitlers Nachfolger gegenüber Stalin in die Abmachungen des Ribbentrop–Molotow–Paktes eingetreten, nach denen Deutschland (und dann ebenso Roosevelt) den Sowjets die baltischen Staaten, Finnland und das östliche Polen überließ. Roosevelt dehnte dies in Jalta auf ganz Polen, den größeren Teil Deutschlands, die übrigen Länder in Osteuropa und dem Balkan sowie auf ganz China und Teile Japans aus. Der Machtbereich des Kommunismus wurde als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs mit aktiver Unterstützung Roosevelts von 170 auf 800 Millionen Menschen vergrößert.

 

Roosevelt steigerte sich während der Krieges in einen Allmachtwahn, in dem er alle heimischen Kontrollinstanzen ausschaltete und gemeinsam mit dem anderen Alleinherrscher, seinem Freund „Uncle Joe“ Stalin, die Welt in zwei große Machtsphären aufteilte. Das wirkte nicht nur im Kalten Krieg, sondern bis heute nach. China wäre nicht kommunistisch geworden, wenn Roosevelt die Nationalisten und nicht die Kommunisten unterstützt hätte. Er hat Tschiang Kai-Shek gezwungen, die Kommunisten in seine Regierung aufzunehmen und hat die enormen Kriegsmaterialien, die Japan bei seiner Niederlage in China zurücklassen mußte, den Kommunisten zugeteilt, anstatt sie den Nationalisten zu geben.

 

Bei meiner Lektüre zu den vier Kriegen sind mir einige Gemeinsamkeiten aufgefallen.

In jedem dieser Fälle war die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung gegen den Kriegseintritt der USA. In jedem dieser Fälle war es ein Präsident (Wilson, Roosevelt, Johnson, Bush II), der den Kriegseintritt aktiv betrieb. Wer sich für die Genese der Kriegseintritte der USA interessiert, kommt um das Studium der Bemühungen dieser Präsidenten nicht herum, ihre kriegsunwillige Bevölkerung allmählich kriegsbereit zu machen. In jedem Fall inszenierten sie Ereignisse, manipulierten die Nachrichten und täuschten ihre Bevölkerung über ihre Absichten und/oder den Kriegsgrund (besonders drastisch Roosevelt, der weder die amerikanische Bevölkerung noch den Kongress noch seine eigenen Minister und obersten Militärs über seine Gespräche mit Churchill und Stalin voll unterrichtete – schon gar nicht über die getroffenen Geheimabsprachen).

 

In jedem dieser Fälle wurde das Eintreten der USA in diese Kriege moralisch stark überhöht und von einem „Kreuzzug“ gesprochen. Der Feind (Deutsches Reich / Habsburgerreich / Osmanisches Reich / Drittes Reich / japanisches Kaiserreich / Kommunismus / Islamismus) wurde als ethisch auf tiefster Stufe stehend dargestellt. Das schloß jede Verhandlung aus und ließ nur die völlige Unterwerfung bis Vernichtung als Kriegsziel übrig. Zur Erreichung dieses Ziels wurde auch friedensuchenden Personen oder Gruppierungen auf der Gegenseite jedes Gespräch verweigert. In Verbindung mit dem Kriegsziel „bedingungslose Kapitulation“ führte das zum „totalen Krieg“ und der Verlängerung der Kriegshandlungen bis zur totalen Vernichtung der Gegner, die nicht mehr die Chance hatten, sich mit Aussicht auf Überleben zu ergeben (heutige Parallele: Gaddafi). Ein lang andauernder Friede wie z.B. der Westfälische Friede wurde unmöglich gemacht. Das Gerede vom Kreuzzug entfremdete schon aus historischen Gründen überflüssigerweise alle Moslems. Den Kriegen der USA wurde der Charakter von Religionskriegen gegeben.

 

In jedem dieser Fälle wurden die politischen und sozialen Verhältnisse in den Kriegsregionen von den USA falsch eingeschätzt. Als Beispiele nenne ich für den Ersten Weltkrieg das Deutsche Reich, das habsburgische Reich und das Osmanische Reich. Wilson verstand nicht, daß diese Gebilde nach jahrhundertelangen Kämpfen und Friedensschlüssen eine angemessene Form darstellten, die vielfältigen Völkerschaften einigermaßen friedlich zusammenleben zu lassen. Die Beseitigung dieser übergeordneten Klammern ließ den Nationalismus in seiner übelsten Form ausbrechen. Plötzlich waren verschiedensprachige Menschen nicht mehr Nachbarn unter einem gleichen Recht, sondern gehörten einer ethnischen Gruppe an, die sich bis zur Vertreibung und Vernichtung von allen anderen abgrenzte. So wie die USA ein Schmelztiegel aller Einwanderer waren, sind diese Reiche Garanten für ein möglichst friedliches Zusammenleben aller Gruppierungen gewesen.

 

Diese Reiche nicht nur militärisch zu unterwerfen, sondern sie auch noch auseinanderzubrechen und den Zündstoff des ungezügelten Nationalismus hineinzuwerfen, machte die Friedensarbeit von Jahrhunderten in kürzester Zeit zunichte. Die USA hätten es bei sich nie zugelassen, daß jeder Bundesstaat plötzlich souverän wird. Aus machtpolitischer Sicht erschien es vielleicht zweckmäßig, die geschlagenen Kriegsgegner in einen Haufen sich befehdender Einzelgebilde zu zerlegen, die leicht zu manipulieren waren (divide et impera). Unter dem Gesichtspunkt des Friedens in Europa war es eine Katastrophe. Die Europäer benötigten noch den Zweiten Weltkrieg, um zu lernen, daß man wieder so etwas Ähnliches wie ein „Reich“ brauchte: Sie bildeten stufenweise die Europäische Union.

 

Und so wurden in keinem dieser vier Fälle die gegenüber der US-Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit erklärten Kriegsziele erreicht, die doch den Kampfeinsatz und das Opfer von Millionen junger Männer rechtfertigen und Friedenshoffnungen wecken sollten und auf die sich alle verlassen mußten (Wilsons 14 Punkte, Roosevelts und Churchills Atlantic Charter, Johnsons Zurückdrängen des Kommunismus, Bushs Beruhigung des Nahen Ostens). Stets wurde das Gegenteil erreicht. Vielleicht waren die Friedensparolen auch gar nicht so gemeint. Vielleicht sollten sie nur kriegsbereit machen. Anschließend war die Situation in den vom Krieg überzogenen Gebieten jeweils schlimmer als vorher.

 

Es handelte sich bei den genannten Kriegen der USA – von den angewandten Methoden und den Ergebnissen her betrachtet – um schlichten Imperialismus. Die Nichtbeteiligung Deutschlands am Dritten Golfkrieg und am Krieg gegen Gaddafi ist ein Zeichen, daß Deutschland seine Lektion lernt. Wenn man nicht wie in Afghanistan zu den „Willigen“ gehört, muß man allerdings wie bei Libyen die Mißbilligung interventionistisch gesinnter Amerikaner ertragen in der Gewißheit, daß auch in den USA die überwiegende Mehrheit der Menschen gegen kriegerische Interventionen ist. Bundesregierung und Bundestag sollten genau beobachten, ob von Wiesbaden-Erbenheim aus wie in der Vergangenheit unilaterale Militärinterventionen durchgeführt werden, die nicht mit UNO oder NATO und damit mit Deutschland abgestimmt sind. Hier müssen – wenn nicht schon geschehen – vertragliche Sicherungen geschaffen werden.

 

Das „europäische Pentagon“ in Erbenheim ist offensichtlich auf lange Dauer angelegt. Den USA muß klargemacht werden, daß von deutschem Boden keine „pre-emptive wars“ mehr ausgehen dürfen. Auch muß allen Staaten klargemacht werden, daß eine Stimmenthaltung oder ein Nein bei einer von vielen anderen für notwendig gehaltenen Militärintervention sich nicht gegen diese Staaten richtet, sondern schlicht das Ergebnis eigenständigen Denkens ist: Wenn Stammesgesellschaften wie im Irak, in Afghanistan oder in Libyen sich bekämpfen, dann kann man diese jahrhundertealten Antagonismen nicht mit Militär ausrotten und Demokratie weder mit Militär noch anderen Mitteln durchsetzen. Viel wichtiger wäre es, unbewaffneten Opfern großangelegter Ausrottungsaktionen wie den Armeniern, den Juden, den Kambodschanern und den Tutsis rechtzeitig im internationalen Verbund mit Auftrag der Völkergemeinschaft zu Hilfe zu kommen. Das ist aber nicht geschehen.

 

Die hier zu den Kriegen der USA formulierten Überlegungen dürften von offiziellen Vertretern Deutschlands nicht geäußert werden – ja nicht einmal gedacht werden. Die USA sind immer noch die größte Militärmacht der Welt. Sie dulden als Hegemonialmacht keine zu mächtig werdenden Machtzentren. Sie haben als großer Bruder Großbritanniens und Frankreichs in zwei blutigen Kriegen Deutschland sukzessive kurz und klein geschlagen. Sie haben Westdeutschland danach nur deswegen nicht gemäß dem von Roosevelt bereits gebilligten Morgenthau-Plan endgültig zum Entwicklungsland gemacht, weil sie es im Kalten Krieg gegen die UdSSR benötigten. Insofern waren vielleicht eher die Sowjets als die USA Urheber unserer allmählich wiedergewonnenen Selbständigkeit und unseres wieder wachsenden Wohlstandes. Die USA erwarten auch jetzt noch nach dem Fall des sowjetischen Kommunismus Gefolgschaft, wie Verteidigungsminister Gates überdeutlich machte. Ministerin Lagarde aus Frankreich forderte, daß Deutschland freiwillig seine Wirtschaftskraft schwächt.

 

Hier wird Deutschland auf den Weg Konrad Adenauers, Willy Brandts und Helmut Kohls zurückkehren müssen. Das erfordert langfristige Beharrlichkeit, die wieder Vertrauen schafft. Es muß klar sein, daß Deutschland kräftig sein will und ist, daß aber diese Kraft niemals zu einem Sonderweg oder einem Versuch der Dominanz in der EU werden darf. Andererseits kann Deutschland erwarten, daß alle EU-Staaten sich an gemeinsame Regeln halten (sonst wird dieses neue friedensstiftende „Reich“ zerfallen und zu inneren Kämpfen übergehen). Deutschland (und mit ihm die EU) kann aber auch erwarten, daß die gemäßigten Kräfte in den USA sich gegen die dauernde latente Interventionsbereitschaft des dortigen militärisch-industriellen Komplexes durchsetzen, vor dem schon Präsident Eisenhower in seiner Abschiedsrede 1961 warnte.

 

Und – wie gesagt – es muß den USA deutlich gemacht werden, daß „pre-emptive wars“, an deren völkerrechtliche Anerkennung Merkel und Schäuble 2003 dachten, weiterhin ebenso grundsätzlich nicht unterstützt werden. Die Versuchung, nötigenfalls auch unilateral oder mit „willigen“ Verbündeten Staaten anzugreifen, die entweder mit dem internationalen Terrorismus in Verbindung gebracht werden oder ihre Bürger massakrieren, wird für die Freunde militärischen Eingreifens immer groß sein, wenn es um geostrategisch interessante Regionen geht. In diese Kriege hineinzugehen ist immer leichter als wieder herauszugehen – mit einem vertretbaren Ergebnis aber wieder herauszukommen ist praktisch unmöglich. Mit Krieg schafft man keinen Frieden nach eigenen Vorstellungen, wie auch die vier in meinem Leserbrief vom 06.06.2011 genannten Fälle beweisen (selbst Bismarcks Friede hielt nur 43 Jahre und mündete nach seinem Tod in die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“).

 

Deutschland sollte gemeinsam mit Partnern behutsam für ein Umdenken mit gutbegründeten Argumenten werben, sonst wird unsere geschwächte Bundeswehr in fragwürdigen Einsätzen verheizt. Adressaten für ein derartiges Werben sind unsere Verbündeten USA, Großbritannien und Frankreich. Zum Grundwissen gehört hierbei, daß man sich über die Stärke der Freunde des Imperialismus in den USA keine Illusionen macht. Wenn sie könnten, würden sie im Falle einer aus ihrer Sicht mangelnden Gefolgschaft – d.h. zu großer wirtschaftlicher und politischer Selbständigkeit Deutschlands – auch wieder härtere Saiten aufziehen. Da Großbritannien immer den USA folgen wird, sollte Deutschland geopolitisch zumindest mit Frankreich in engem Einvernehmen leben.

 

Vor Ort in Deutschland wird sich am Standort Wiesbaden-Erbenheim jeweils erweisen, wie der Kampf in den USA um militärische Interventionen steht.

 

 

 

Ulrich Thurmann, Staatssekretär a.D.

thurmann.walluf@t-online.de